Patienteninformation

Liebe Patientin, lieber Patient,
 
Eingeweidebrüche (HernieAbgeleitet vom griechischen Wort „hérnos“ (Knospe, Spross, Vorwölbung). Eingeweidebruch mit angeborener oder erworbener Lücke in Bauchwand oder Zwerchfell (Bruchpforte), durch die das Bauchfell (Bruchsack), gegebenenfalls mit Eingeweideanteilen (Bruchinhalt), nach außen vordringt.n) sind die insgesamt häufigsten chirurgischen Erkrankungen. So erkranken in Deutschland rund 275.000 Menschen jährlich an einem Leistenbruch und knapp 100.000 Menschen an BauchwandAuch: Bauchdecke. Den Bauchraum nach vorne abschließende Gewebestrukturen (Haut, Unterhautfettgewebe sowie Muskelschichten).brüchen. Bei Eingeweidebrüchen bestehen krankhafte Lücken in der Bauchwand oder im ZwerchfellKuppelförmig in den Brustraum vorgewölbte Muskelplatte, die an Brustbein, Rippenbögen und Lendenwirbelsäule befestigt ist; Scheidewand zwischen Brustraum und Bauchhöhle. Wichtigster Atemmuskel; die Muskelfasern ziehen sich bei der Einatmung zusammen und entspannen sich bei der Ausatmung., durch die sich infolge des BauchinnendruckDer innerhalb des Bauches (Abdomen) herrschende Druck; kann durch Husten oder Pressen erhöht werden.s ein aus BauchfellLat. Peritoneum. Glatte Schicht aus Bindegewebe, die die Bauchhöhle auskleidet und die meisten inneren Organe überzieht. bestehender BruchsackAusstülpung des Bauchfells, die sich durch eine Bruchpforte drängt. Enthält gegebenenfalls Bruchinhalt. vorwölben kann. Baucheingeweide wie beispielsweise Darmschlingen können in diesen Bruchsack eintreten, so dass bei jedem EingeweidebruchSiehe Hernie. prinzipiell die Gefahr der Einklemmung und lebensgefährlichen Strangulation von inneren Organen besteht. Das Risiko einer Einklemmung beträgt etwa 1–3 % pro Jahr. Aus diesem Grund sollte bei jedem Eingeweidebruch frühzeitig die operative Behandlung angestrebt werden.
 
Trotz der Häufigkeit der operativen Eingriffe bei Eingeweidebrüchen sind die Ergebnisse bundesweit leider alles andere als zufriedenstellend. So liegen zum Beispiel die Rückfallraten und die Rate chronischer Schmerzen nach operativer Versorgung von Leistenbrüchen bei über 10 %. Daher haben sich in der Operation von Eingeweidebrüchen besonders erfahrene Chirurgen in der gemeinnützigen Gesellschaft Herniamed zusammengetan, um besondere Qualitätsstandards für die Behandlung von Eingeweidebrüchen zu entwickeln und umzusetzen. Kernanliegen ist die strikte Qualitätssicherung mit Dokumentation aller Details der durchgeführten Hernienoperationen und Überprüfung der Behandlungsergebnisse über einen Zeitraum von 10 Jahren. Dass durch strikte Qualitätssicherung eine Verbesserung in der operativen Behandlung von Eingeweidebrüchen erreicht werden kann, wissen wir im Übrigen aus wissenschaftlichen Untersuchungen, die in Skandinavien durchgeführt wurden.
 
Die vorliegende Patienteninformation ist ein Baustein auf diesem Weg zu einer qualitätsgesicherten Behandlung von Hernienerkrankungen. Sie soll Ihnen als Patienten einen ersten Überblick über die Untersuchungsmethoden und Therapiemöglichkeiten bei Eingeweidebrüchen vermitteln, so dass Sie über Ihre Erkrankung bestens informiert sind. Natürlich kann und soll dies ein Arztgespräch nicht ersetzen. Doch helfen die hier gesammelten Informationen Ihnen und Ihrem behandelnden Arzt, im gemeinsamen Gespräch die optimale Therapie für Ihre Erkrankung festzulegen.  
 
Als Vertreter der Herniamed Qualitätssicherungsstudie wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Behandlung und gute Genesung!
 
Ihr
 
Prof. Dr. med. Ferdinand Köckerling
 
Studienleiter
 
Herniamed Qualitätssicherungsstudie
c/o Klinik für Chirurgie
- Visceral- und Gefäßchirurgie
Zentrum für Minimal-Invasive Chirurgie
Neue Bergstraße 6
13585 Berlin
 
Tel. 030/130 13 2187
Fax 030/130 13 2154