3.3.1 Hiatusverschluss und Fundoplicatio

Bei Vorliegen einer Refluxerkrankung und/oder eines Zwerchfellbruchs muss die Lücke im Zwerchfell durch Nähte verschlossen und zusätzlich eine Barriere gegen das Zurückfließen von Speisebrei in die Speiseröhre geschaffen werden. Dazu wird endoskopisch durch Bauchspiegelung der Defekt im Zwerchfell freipräpariert und dann durch endoskopische Nähte verschlossen [Abb. 40]. Insgesamt sind 3 bis 4 Nähte erforderlich [Abb. 41]. Ist die Zwerchfelllücke sehr groß oder handelt es sich um einen Rückfall, kann auch eine zusätzliche Verstärkung mit einem leichten Kunststoffnetz notwendig werden, das dort ungefährlich mit Fibrinkleber angebracht werden kann [Abb. 42]. Anschließend wird der mobilisierte obere Magenanteil (Magenfundus) als neues Ventil entweder 360 º (Nissen-Fundoplicatio) [Abb. 43] oder 270 º (Toupet-Fundoplicatio) [Abb. 44] um die Speiseröhre herumgeführt und vor der Speiseröhre vernäht. In bestimmten Fällen, in denen nur ein Zwerchfellbruch besteht und keine Refluxerkrankung, kann auf das Herumführen des oberen Magenanteils um die Speiseröhre verzichtet werden. Dann wird der Magenfundus nur an die Zwerchfellunterfläche angenäht (Fundophrenicopexie).
 

Der endoskopische Nahtverschluss des Hiatus ösophageus und die Fundoplicatio bzw. Fundophrenicopexie können nur in Vollnarkose durchgeführt werden.

 

 

 Abb. 40: Defektverschluss durch Nähte (Hiatusverschluss)

 

 Abb. 41: Defektverschluss durch weitere Nähte (Hiatusverschluss)

 

 Abb. 42: Anbringen eines Kunststoffnetzes (Hiatusverschluss)

 

 Abb. 43: Operation nach Nissen (Fundoplicatio)

 

 Abb. 44: Operation nach Toupet (Fundoplicatio)